Pressespiegel

Rheinische Post, 18. März 2017
Kevelaer Fortsetzung der Orgeltage mit Bruckner-Symphonie
»Eberhard Klotz' Bearbeitung der Symphonie Nr. 9 d-moll für Orgel solo macht Bruckners letztes großes symphonisches Werk für Konzertaufführungen zugänglich... Eberhard Klotz' kongeniale Orgelbearbeitung besteht aus dem ersten Satz mit der für Bruckner ungewöhnlichen Doppelbezeichnung "Feierlich, misterioso", dem zweiten Satz mit einem "Scherzo" und einem "Trio" und dem elegischen "Adagio", dessen Tubensatz der Komponist als klingenden "Abschied vom Leben" aufgefasst wissen wollte«
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Bruckner Journal, London 9. 2015.
Bruckner's Ninth on the organ Thilo Muster.
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Badische Neueste Nachrichten BNN, 11. August 2015

Badener Nachrichten 8-2015

»Zuhörer waren tief beeindruckt«

Aus www.der-dom.de über eine Aufführung am 3. März 2013:
»Auf Grundlage der Komposition von Carl Joseph Rodewald, die erst im letzten Jahr wieder neu entdeckt wurde, gelangte die Fassung von Eberhard Klotz für zwei Soprane und Klavier zur Aufführung... Klotz hat den Klaviersatz „Im Geist der Zeit“ geschrieben und legte auf eine leichte, durchsichtige und verspielte Schreibweise wert, die ein einfühlsames Begleiten und Ausdeuten der Singstimmen erlaubt...«
www.der-dom.de

 

Foto: Fritsch»Von Nagold aus nahm die außergewöhnliche Karriere des Organisten Eberhard Klotz ihren unscheinbaren Lauf«

Von Sebastian Bernklau
Nagold. Schon früher war er nicht ganz von der Welt, die viele »normal« nennen. »Ich habe mir früh eine Gegenwelt zur Schule geschaffen«, erinnert sich der heute 39-jährige Eberhard Klotz. Mit zehn Jahren geht er lieber in die Kirche seines kleinen Geburtsortes Ölbronn bei Heidelberg, setzt sich an die Orgel und erkundet die Welt der Musik, als dass er sich auf dem Fußballplatz oder mit Schulkameraden herumtreibt. Er ist früh ein Außenseiter. »Die Musik hat mich einfach schon immer angezogen«, sagt er. »Sie bewirkt immer etwas, sie bringt Farbe in die Welt.« Niemand drängt ihn dazu, er hat an der Orgel auch keinen Lehrer. Der kleine Eberhard bringt sich alles selbst bei. Er beginnt früh zu improvisieren und auch zu komponieren, »allerdings mehr schlecht als recht«, wie er aus heutiger Sicht findet.
Mit elf spielt er an der Orgel der Kirche seine ersten Gottesdienste. Alles, was mit klassischer Musik zu tun hat, saugt er in sich auf. Früh bekommt er Platten mit klassischen Aufnahmen geschenkt. Als er mit seiner Mutter in die Stuttgarter Oper geht, schleicht sich der Junge heimlich zum Orchestergraben und beobachtet die Vorbereitungen der Musiker.
Mit zwölf Jahren beginnt er, sich mit den Partituren der Sinfonien, Konzerte und Kantaten zu beschäftigen und versucht auch die intellektuellen Geheimnisse hinter den eigentlichen Noten zu ergründen.
Doch nicht immer ist die Begeisterung für die Musik die gleiche: »Das hat zwischen stinkfaul und total euphorisch geschwankt«, meint Klotz und fügt ein »wie das in diesem Alter eben so ist« hinzu.
Mit 13 Jahren verlässt Eberhard Klotz sein Heimatdorf Ölbronn und wechselt zum Aufbaugymnasium nach Nagold. Während seine Mutter ihn noch im Sekretariat anmeldet, hört er im großen Saal des Gymnasiums einen Chor singen. Klaus Melber, damals Lehrer am Aufbaugymnasium, probt mit anderen Schülern Haydns »Schöpfung«. »Ich hatte noch nie einen so schönen Chorklang gehört.«, erinnert sich Klotz. Kurzerhand betritt er den Saal, fragt bei Klaus Melber nach und schon ist er Mitglied des Chors des Aufbaugymnasiums.
Dieser Chor ist der Beginn einer Freundschaft mit dem Nagolder Pianisten, die bis heute andauert. Klotz war es, der die jüngst zum ersten Mal seit 200 Jahren aufgeführte »Stabat Mater« von Rodewald für Klavier und Singstimmen umarbeitete - und jetzt hat Melber den Organisten mit seiner umjubelten Orgelfassung von Anton Bruckners 9. Sinfonie für ein Konzert am 3. Oktober um 19 Uhr in die Nagolder Stadtkirche geholt.
Schon früh erkennt Melber das Talent des Jungen, fördert ihn, wo er nur kann, und noch heute sagt er von Klotz, er sei der Begabteste aller seiner Schüler. Doch bei aller Begabung - andere Schulfächer leiden unter Eberhard Klotz' Musikbegeisterung etwas, denn, so sagt er von sich selbst: »Ich war nie ein Strebertyp.« Er ist in der neunten Klasse im ABG, als er ein Vorstudium der Musiktheorie an der Musikhochschule Karlsruhe beginnt.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist sein Weg vorgezeichnet. Nach der Schule studiert er für zwei Jahre am Konservatorium in Nürnberg. Dort wird der Musiker, der seit seiner Kindheit Blasinstrumente perfekt beherrscht, endgültig zum Kirchenmusiker und Organisten. »Die Orgel ist eine eigene Welt«, weiß er, »das passt sehr gut zu meinem introvertierten Charakter«. Sechs Jahre lang studiert er darauf in Basel, wo er beim weltweit anerkannten Organisten Guy Bovet das Lehrdiplom für Klavier und Orgel und mit Auszeichnung das Konzertreife-Diplom ablegt.
Viele Konzerte in Genf, Basel oder Zürich machen die Schweiz neben Süddeutschland zu seiner musikalischen Heimat. Immer wieder trifft sich Klotz auch heute noch mit seinen Mitstudenten aus der Orgelklasse von Basel.
Dort spielen sich die Musiker, die sonst über ganz Europa verstreut sind, gegenseitig vor und können wieder einmal so richtig fachsimpeln. »Da kommt man auch mal mit Seinesgleichen in Kontakt«, freut sich Klotz, denn - so sagt er mit Blick auf Bruckners Neunte, die er für Orgel überarbeitet hat: »Mit so einer Sinfonie vereinsamt man so«.
Schwarzwälder Bote, 2006

 

Mit Schülern als Registranten - Daniel Tepper, Eberhard Klotz und Marius Mack eröffneten den Nagolder Orgelherbst 2006 - Foto: WetterVom Kampf der Höhen
gegen die Tiefen

Von Ingo Wetter
Nagold. Der Stuttgarter Organist Eberhard Klotz eröffnete den Nagolder Orgelherbst 2006 und begeisterte mit dem fast vergessenen »Vampyr« von Heinrich Marschner und seiner Interpretation von Anton Bruckners 9. Sinfonie das Publikum (ca. 120 Zuhörer) in der Nagolder Stadtkirche.
Im Nagoldtal sind die Kirchenkonzerte lange bewährte Tradition und der Nagolder Orgelherbst reiht sich nahtlos ein. Der Kantor der Johanneskirche, Stefan Skobowsky, hat zahlreiche Musiker um sich versammelt, die den vier Konzerten des diesjährigen Nagolder Orgelherbstes einen besonderen Charakter geben.
Der Organist Eberhard Klotz, unterstützt von den Jung-Organisten Daniel Tepper aus Wildberg und Marius Mack aus Mötzingen, leitete das Konzert mit einer Bearbeitung der fast vergessenen Oper »Der Vampyr« des deutschen Komponisten Heinrich August Marschner (1795 - 1861) ein. Grundlage ist das Libretto seines Schwagers W.A. Wohlbrück von 1828. Modern gesprochen war die musikalische Umsetzung seinerzeit Marschners Durchbruch, der von nun an auf fast allen größeren deutschen Bühnen gespielt wurde. Klotz gelang es den orchestralen Charakter des Werkes auf die Orgel zu transferieren und er reizte dabei das breite Klangbild weitgehend aus. »Der Vampyr« erzählt von einem Lord, der seine Seele als Vampir dem Teufel verkauft hat. Die mächtigen Bässe untermauerten des Teufels Auftritt und den langsamen Untergang des Bösen. Die ständig wechselnden Höhen und Tiefen beleuchteten spielerisch den Kampf von Gut gegen Böse und umspielten mit ihrer Leichtigkeit den Triumph des Guten. Klotz setzte die Gegensätze gut um und verlieh dem »Kampf der Höhen gegen die Tiefen« einen starken emotionalen Ausdruck.
Als Hauptteil des Konzertes spielte Klotz seine Eigeninterpretation der 9. Sinfonie des österreischischen Komponisten Anton Bruckner (1824 - 1896). Bruckner begann das Werk 1887 und es gelang ihm in der weiteren Arbeit seit 1891 nicht mehr, es vor seinem Tod 1896 zu vollenden. Klotz beschrieb die Sinfonie als eine unregelmäßige Mischung von »massiven Klangballungen und äußerst zarten Teilen« und dem Wechselspiel »enthusiastischer Aufschwünge mit sehr dissonanten Klängen«. Das Werk auf der Orgel zu spielen ist schon für sich eine Herausforderung. Die Klangmassen für das weniger geübte Ohr verständlich hörbar werden zu lassen, eine eigene Kunst. Klotz gelang dies in beeindruckender Weise. In einzelnen, besonders anspruchsvollen Passagen reizte Klotz die Orgel der Nagolder Stadtkirche bis an ihre technischen Grenzen aus. Man merkte trotz seiner Bearbeitung, die sich auf das Wesentliche beschränkte, dass die Sinfonie für leistungsfähigere Instrumente geschrieben wurde (Anmerkung: Die Orgel hatte zu schwache Trompeten).
Typisch für Bruckners Werke sind in den langsamen Sätzen mysteriös und dämonisch wirkende Teile, die mit leichten Scherzi abwechseln und stark kontrastieren. Sie finden sich in allen seinen Sinfonien, scheinen in der 9. besonders ausgeprägt: Der düstere Einstieg mündet in leichte Übergänge voller Höhen, die rasch um so tiefer zu fallen scheinen. Klotz erhielt diese Charakteristika Bruckners in seiner Interpretation und arbeitete sie zur Freude der Zuhörer gut heraus.
Mit dem Konzert hatte Klotz die Messlatte hoch gelegt und man darf auf die kommenden Konzerte der Reihe gespannt sein.
Schwarzwälder Bote, Oktober 2006